Warum Sport und Intelligenz so eng verbunden sind

10 Jul Warum Sport und Intelligenz so eng verbunden sind

Sport macht schlau – diese Aussage hast du bestimmt schon das ein oder andere Mal gehört. Aber ist da wirklich etwas dran? Dieser Frage gehen wir im heutigen Beitrag gemeinsam nach.

Das Sport und Bewegung generell gesund sind, ist allen wahrscheinlich bewusst. Aber tatsächlich steckt da noch viel mehr dahinter – eine faszinierende Verbindung zwischen Sport und Intelligenz, bei der nicht nur der Körper, sondern auch dein Geist trainiert wird.

Was macht Bewegung mit unserer Leistungsfähigkeit?

Unsere geistigen Fähigkeiten, auch exekutive Funktionen genannt, werden durch sportliche Aktivitäten trainiert. Somit fördern sie unsere Leistungsfähigkeit. Studien konnten z.B. belegen, dass Ausdauersport bei Erwachsenen zu einem vergrößerten Hippocampus (paarige Hirnstruktur, die zum limbischen System gehört und vor allem an der Gedächtnisbildung beteiligt ist) führt.

Die Hauptfunktionen, die dabei gefördert werden, ergeben die Fähigkeit zur Selbstregulation, mit der Aufmerksamkeit, Verhalten und Emotionen gesteuert werden.

Während wir also Sport treiben, wird unsere Gehirnaktivität ins Bewegungszentrum gelegt, in dem Bewegung und Koordination gesteuert werden. Parallel wird das Denkzentrum, welches unsere Fähigkeit logisch zu denken kontrolliert, heruntergefahren und entlastet. Unser Gehirn wird also quasi auf „Reset“ gestellt und der Kopf wird frei. Startest du dein Gehirn dann also wieder neu, kannst du mit der vollen Denkkapazität für neue Lernerfolge rechnen.

Gesund für Körper und Geist

Studien haben gezeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität positive Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit hat. Eine Metaanalyse von Chang et al. (2012) [1] ergab, dass körperliche Bewegung und Sport das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit verbessern können. Darüber hinaus wurde in einer Studie von Hillman et al. (2008) [2] gezeigt, dass aerobes Training – wie Joggen oder Radfahren – das Gehirnvolumen erhöhen kann, insbesondere in Hirnregionen, die für die kognitive Kontrolle und das Gedächtnis wichtig sind.

Eine weitere Untersuchung von Raichlen et al. (2016) [3] hat gezeigt, dass körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersportarten, die Gehirnfunktionen positiv beeinflussen kann. Die Studie ergab, dass Personen, die regelmäßig aerobes Training betreiben, eine bessere Konnektivität in den Hirnregionen aufweisen, die für die kognitive Kontrolle und das Arbeitsgedächtnis verantwortlich sind.

Fünf Sportarten für euer Gehirn

  1. Aerobic & Ausdauersport: Joggen, Radfahren oder Schwimmen – Ausdauersport fördert die Durchblutung und Sauerstoffzufuhr, was die Konzentrationsfähigkeit, das Gedächtnis und die kognitive Funktion verbessern kann.
  2. Tennis: Das Zusammenspiel von körperlicher Bewegung, schnellen Entscheidungen und Hand-Augen-Koordination trägt zur Stärkung der kognitiven Fähigkeiten bei.
  3. Tanzen: Verbessert Gleichgewicht, Koordination und räumliches Denken. Wenn es Spaß macht, kann es auch Stress reduzieren, was wiederum die kognitive Leistung fördert.
  4. Yoga: Durch Yoga werden nicht nur Flexibilität und Kraft verbessert, sondern auch der Geist beruhigt und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert.
  5. Kampfsport: Karate, Judo oder Taekwondo erfordern Disziplin und geistige Stärke. Sie fördern also kognitive Entwicklung, Selbstbeherrschung und strategisches Denken.

Fazit:

Sport und Intelligenz gehen Hand in Hand. Die genannten Sportarten bieten nicht nur körperliche Vorteile, sondern tragen auch zur Verbesserung des Gehirns und der kognitiven Fähigkeiten bei. Wenn du regelmäßig Sport treibst und versuchst Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, wirst du nicht nur körperliche sondern auch geistige Veränderungen wahrnehmen.

Denkst du, dir könnte hier Motivation und Durchhaltevermögen fehlen? Dann ist es vielleicht an der Zeit, deine alten Gewohnheiten abzulegen und an neuen, gesünderen zu arbeiten. Wie du das am besten schaffst, haben wir dir in diesem Beitrag einmal genauer erklärt.

Quellen:

[1] Chang, Y. K., Labban, J. D., Gapin, J. I., & Etnier, J. L. (2012). The effects of acute exercise on cognitive performance: a meta-analysis. Brain research, 1453, 87-101.

[2] Hillman, C. H., Erickson, K. I., & Kramer, A. F. (2008). Be smart, exercise your heart: exercise effects on brain and cognition. Nature Reviews Neuroscience, 9(1), 58-65.

[3] Raichlen, D. A., & Alexander, G. E. (2016). Exercise, APOE genotype, and the evolution of the human lifespan. Trends in neurosciences, 39(12), 866-875.

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Emma Risch

Ich schreibe seit September 2023 für das EHV Magazin Beiträge rund um die Themen Fernstudium und Online-Weiterbildung. Und auch privat bin ich ein echter Bücherwurm und begeistere mich für Geschichten aller Art.