Wie prokrastinierst Du? – 5 Prokrastinationstypen erklärt

Wir alle kennen das Gefühl: Der Lernplan steht, die To-do-Liste ist hübsch farbcodiert – und trotzdem findest Du Dich plötzlich dabei wieder, die Gewürzschublade zu sortieren oder den Wetterbericht für die nächsten 10 Tage zu checken. Willkommen in der Welt der Prokrastination!
Aber: Nicht alle Aufschieber sind gleich. Es gibt verschiedene Prokrastinationstypen, und sie alle haben ihre ganz eigenen Muster. Vielleicht erkennst Du Dich bei einem hier von wieder:

1. Der Perfektionist

Motto: „Ich fang erst an, wenn alles perfekt vorbereitet ist.“ Perfektionisten glauben, sie könnten erst starten, wenn der Schreibtisch blitzsauber, der Lernplan perfekt und das Mindset „bereit“ ist. Das Problem: Dieser Moment kommt selten.

Typisches Verhalten: Sie verbringen Stunden mit Planung, Farbmarkierungen und Pinterest-tauglichen Notizen – aber kaum mit echtem Lernen.

Tipp: Fang einfach unperfekt an. 20 Minuten echte Arbeit sind besser als 2 Stunden Planung. „Fertig“ ist manchmal auch besser als „perfekt“.

2. Der Adrenalinjunkie

Motto: „Ich brauche den Druck – sonst läuft nix!“ Dieser Typ liebt (oder glaubt, er liebt) den Kick kurz vor der Deadline. Ohne Stress fehlt der Antrieb, mit Stress läuft der Motor heiß.

Typisches Verhalten: Erst chillen, dann panisch Nachtschichten einlegen.

Tipp: Erstelle künstliche Deadlines. Setz Dir Zwischenziele mit echtem Druck (z. B. Lerngruppen oder Abgabefristen), damit Du nicht alles auf den letzten Drücker machst.

3. Der Vermeider

Motto: „Wenn ich nicht anfange, kann ich auch nicht scheitern.“ Dieser Typ schiebt aus Angst auf – Angst zu versagen, nicht genug zu wissen oder überfordert zu sein. Lieber gar nicht anfangen, als enttäuscht zu werden.

Typisches Verhalten: Ablenkung durch alles, was harmloser erscheint (Putzen, Social Media, Serien).

Tipp: Erkenne, dass Angst normal ist. Fang klein an – 10 Minuten Fokus reichen, um die Hemmschwelle zu senken. Erfolgserlebnisse bauen das Selbstvertrauen auf.

4. Der Tagträumer

Motto: „Ich habe so viele Ideen – wo fang ich bloß an?“ Kreativ, interessiert, schnell abgelenkt. Der Tagträumer verliert sich gerne in Gedanken, neuen Projekten oder YouTube-Tabs.

Typisches Verhalten: 17 offene Fenster im Browser, aber kein Fokus.

Tipp: Nutze das „Pomodoro-Prinzip“ (25 Minuten lernen, 5 Minuten Pause) und schreibe spontane Ideen auf – aber arbeite sie später aus, nicht während der Lernzeit.

5. Der "Ich mache erst alles andere"-Typ

Motto: „Ich bin ja nicht faul – ich mach nur erst das Wichtige!“ Klingt produktiv, ist aber eine Falle: Dieser Typ erledigt alles Mögliche (Wäsche, Mails, Staubsaugen), um das eigentliche Lernen zu vermeiden.

Typisches Verhalten: Fleißig, aber immer mit den „falschen“ Aufgaben beschäftigt.

Tipp: Frag Dich: Was ist die eine Aufgabe, die heute wirklich zählt? Mach sie zuerst – alles andere ist Bonus.

Fazit: Prokrastination ist kein Charakterfehler

Egal, zu welchem Typ Du Dich zählst – Aufschieben ist menschlich. Oft steckt dahinter nicht Faulheit, sondern Überforderung, Angst oder fehlende Struktur. Der Schlüssel liegt darin, Deinen Typ zu erkennen und Strategien zu finden, die zu Dir passen.

Denn wenn Du weißt, warum Du aufschiebst, kannst Du endlich anfangen, dagegen anzuarbeiten und wieder voll motiviert durchstarten! 

Bild von Emma Risch
Emma Risch
Seit September 2023 schreibe ich für das EHV Online Magazin Beiträge rund um die Themen Fernstudium und Online-Weiterbildung. Ich studiere Kommunikations- und Medienwissenschaften und privat verbringe ich meine Zeit gerne mit guten Büchern.