Unser heutiger Gast im Campus Backstage Interview ist Melanie Williams. Seit 2018 arbeitet sie als Mediatorin und Coach in Senden in der Nähe von Ulm. Mit Intensiv-Seminaren wie z. B. dem Seminar „Führungskräfte der neuen Zeit – individuell – intuitiv – stark” begleitet sie Unternehmer*innen und Führungskräfte dabei, ihren persönlichen Weg zur beruflichen Zufriedenheit zu finden.
Sie begleiten Menschen als Mediatorin, Coach und Trainerin in Ulm im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Welchen Beruf haben Sie erlernt? Welche Qualifikationen folgten? Bitte erzählen Sie uns mehr zu Ihrem Werdegang.
Gab es einen Impuls, nach einer Weiterbildung im Bereich Mediation zu suchen? Kam die Idee von Ihrem Arbeitgeber oder war es eine persönliche Entscheidung?
Mit den zunehmenden Aufgaben als Geschäftsführerin keimte in mir die Frage auf, ob es andere Wege gibt, einen Betrieb zu führen, die von den im Unternehmen etablierten Wegen abwichen. So begann meine Suche nach Persönlichkeitsausbildungen und Ausbildungen für Konflikte, was mich geradewegs zur Mediation brachte.
Welche Kriterien waren für Sie ausschlaggebend, um sich für die Mediationsausbildung beim Europäischen Hochschulverbund zu entscheiden?
Nach meinen vorherigen Ausbildungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung war mir bewusst, was ich persönlich benötige, um diese Thematik bestmöglich zu erlernen. Der Europäische Hochschulverbund bot mir eine flexible Lernweise und einmal im Monat einen Präsenztermin mit den Dozent*innen des Instituts für Mediative Kommunikation und Diversity-Kompetenz und Kommilitonen*innen mit denen ich mich austauschen konnte, gepaart mit lehrreichem Printmaterial. Für mich war es der perfekte Mix aus Flexibilität, universitärem Know How und gut ausgebildeten Dozenten.
Wie haben sich Ihre in der Ausbildung gemachten Erfahrungen auf Ihr damaliges Tätigkeitsumfeld ausgewirkt? Hat sich Ihre persönliche Sichtweise in Bezug auf die Kommunikation im Unternehmen geändert?
Anfänglich wusste niemand in meinem Betrieb etwas über meine Ausbildungen. So konnte ich einiges „ausprobieren“, ohne dass ich mit Vorurteilen konfrontiert wurde. Es war enorm, was ich beobachten konnte. Nicht nur die Kommunikation zu den Mitarbeitern und Kunden verbesserte sich erheblich. Auch ich persönlich wurde mit dem Wissen um die unterschiedlichsten Tools, die ich nun zur Hand hatte, bedeutend entspannter.
Allerdings kam ich damit auch zu dem Schluss, dass ich das Unternehmen unter den bestehenden Vorgaben nicht mehr führen wollte. Das hatte zur Folge, dass wir uns Anfang 2018 trennten. Noch heute habe ich ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den damaligen Mitarbeitern und auch zu einigen ehemaligen Kunden.
Auch ich persönlich wurde mit dem Wissen um die unterschiedlichsten Tools, die ich nun zur Hand hatte, bedeutend entspannter.
Was macht für Sie gute Kommunikation aus?
Authentizität! Eine große Portion Empathie – vor allem mir selbst gegenüber. Für mich ist das alles in der Gewaltfreien Kommunikation nach M.B. Rosenberg vereint. Wenn ich die drei Grundsäulen verinnerlicht habe:
- einfühlsames Zuhören,
- Selbstempathie,
- Achtsamer und authentischer Selbstausdruck
ergibt sich von ganz alleine eine gute Kommunikation. Auf diese Art der Kommunikation bin ich das erste Mal in meiner Studienzeit beim Europäischen Hochschulverbund aufmerksam geworden und habe es vertieft.
Was geben Ihnen Ihre Arbeit und der direkte Austausch mit Menschen?
Bei einer Mediation kann man den magischen Moment förmlich sehen, wenn der Wendepunkt kommt und die Parteien sich wieder ansehen und eine direkte Kommunikation beginnen. Es ist einfach so wunderbar zu sehen und zu wissen, dass man selbst ein Teil dieses Prozesses ist, der zwei Menschen wieder näherbringt. Ich lerne auch immer etwas von meinen Klienten. Es ist ein Geben und Nehmen.
Es ist einfach so wunderbar zu sehen und zu wissen, dass man selbst ein Teil dieses Prozesses ist, der zwei Menschen wieder näherbringt.
Warum kommen Menschen zu Ihnen?
Das müssen Sie bitte meine Klienten fragen 😊 Mir wird oft gesagt, dass sie meine ehrliche und authentische Art schätzen. Wenn ich mit ihnen arbeite, fühle ich mit ihnen, jedoch leide ich nicht mit ihnen und kann so einen klaren Kopf behalten, der ihnen die Stabilität gibt, die sie in der Phase ihrer Veränderung benötigen.
Haben Sie Vorbilder?
Meine Großeltern, – meine Oma sagte immer „Give a smile to get a smile“. Mein Großvater, den ich leider nicht kennenlernen durfte, da er einige Jahre bevor ich geboren wurde, starb, sagte „You never meet strangers – you always meet friends“.
Das sind zwei Aussagen, die meinen Lebensweg stark geprägt haben. Mir fällt tatsächlich niemand ein, den ich als Vorbild bezeichnen könnte. Es gibt einige Menschen, denen ich begegne, die mich beeindrucken. Allerdings sehe ich nur immer einen Ausschnitt ihres Lebens und das ist mir bewusst. Vielleicht könnte ich es so beantworten: Es gibt Menschen, die Tolles geleistet haben. Manches davon würde ich gerne auch bei mir integrieren, jedoch auf meine Art.
Gab es einen Impuls für Ihren Weg in die Selbstständigkeit als Coach? Wer hat Sie ermutigt, Ihren eigenen Weg zu gehen?
Es war kein klassischer Impuls, eher eine Anbahnung von unumgänglichen Umständen, die mich in die Selbstständigkeit führten. Im Januar 2018 kam ich nach Hause und sagte zu meinem Mann: “Jetzt hab ich keinen Job mehr…“
Er fragte nicht, warum oder was geschehen ist und meinte nur: „Was für eine super Chance, dich selbstständig zu machen“! Zuerst irritierte mich seine Aussage. So richtig konnte ich mir das erst mal nicht vorstellen. Sehr schnell konnte ich mich mit einem guten Bauchgefühl auf die kommenden Aufgaben einlassen und habe mich dann richtig gefreut.
Und wie sind Sie gestartet?
Ganz klein und einfach. Dann kam immer mehr dazu. Nach den ersten 1 zu 1 Coachings folgten Mediationen. Darauf erhielt ich die ersten Anfragen für Workshops, Seminare und Vorträge. Während der Coronazeit beschloss ich ein Workbook zu schreiben und seither arbeite ich auch in Onlineworkshops.
Was haben Sie aus der Mediationsausbildung mit in Ihr privates Umfeld mitgenommen?
Die Gewaltfreie Kommunikation nach M.B. Rosenberg und definitiv die mediative Haltung. Die Ausbildung war für mich persönlich eine enorme Persönlichkeitsentwicklung.
Nach Ihrer Mediationsausbildung haben Sie die Möglichkeit wahrgenommen, als Assistenz-Dozentin im Rahmen der Mediationsausbildung tätig zu werden? Warum haben Sie sich für diese Tätigkeit entschieden?
Meine Ausbildung begleitete eine sehr emphatische und fürsorgliche Assistentin. Noch immer sind wir in Kontakt. Sie hat mir die Assistenzzeit empfohlen, da es für sie eine tolle Zeit war und sie viel mitgenommen hat.
Als die Corona-Pause begann, war es bei mir im Büro erst mal sehr still. Ich bewarb mich beim Institut für Mediative Kommunikation und Diversity-Kompetenz (IMK) für eine Assistenzstelle, um „dran“ zu bleiben. Im Wintersemester wurde ich für den Studienstandort Stuttgart angefragt. Es war eine so großartige Zeit in einer wundervollen Gruppe. Der Austausch mit den Dozenten war unbezahlbar.
Seit dem Interview sind nun einige Jahre vergangen und wir möchten uns natürlich auch gerne anschauen, was Melanie Williams heute macht:
Aus der DENK-Art Manufaktur wurde “Melanie Williams – Legendär Leben”. Im Dezember 2024 veröffentlichte Melanie Williams ihr Buch “Legendär führen. Das Geheimnis erfolgreicher Führungskräfte”. Ihre “Legendär Führen Akademie” bietet ein strukturiertes Programmangebot für Einzel- und Gruppencoachings. Seit 2023 erweitert Melanie Williams ihren Ansatz zu ganzheitlicher Führung, inklusive Mediation und Psychotherapie (HPG) und ist ebenso als Dozentin an der Heilpraktikerschule tätig.



